Film-/Serienreview,  Serie nach Buchvorlage

Speedreview³: Süße Magnolien (Serie) ǀ The Broken Hearts Gallery (Film) ǀ Bliss (Film)

Heute kommt mal eine andere etwas Art der Speedreview. Nämlich drei Kurzrezensionen auf einen Streich, in denen ich meine subjektive Meinung zu jüngst gesehenen Filmen und Serie(n) resümiere. Hin und wieder fehlt mir einfach die Zeit und/oder Motivation, eine ausführliche Review zu einem Film oder einer Serie zu verfassen. Ganz unkommentiert lassen, möchte ich das eine oder andere Heimkinoerlebnis dennoch nicht. Mein Fazit fällt in dieser Runde auch sehr gemischt aus. Mit dabei sind: Ein für mich sehenswertes Romantikdrama in Serie, eine romantische Komödie für Zwischendurch sowie ein Science-Fiction-Drama, das meinen Filmgeschmack weniger getroffen hat, andere ZuschauerInnen aber vielleicht mehr zu begeistern weiß.

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Süße Magnolien


Originaltitel: Sweet Magnolias (Netflix Original) ǀ Genre: Romanik, Drama ǀ Serienstart: 2020 ǀ 1. Staffel: 10 Episoden ǀ Darsteller: u. a. JoAnna Garcia Swisher (Maddie Townsend), Brooke Elliott (Dana Sue Sullivan), Heather Headley (Helen Decatur), Chris Klein (Bill Townsend), Justin Bruening (Cal Maddox)

Mit »Süße Magnolien« hat die Streamingplattform Netflix eine weitere Romanreihe für das Heimkino adaptiert. In diesem Fall von der amerikanischen Erfolgsautorin Sherryl Woods, die auch die Romane um die Familie O’Brien in Chesapeake Shores geschrieben hat – die gleichnamige Serie gibt es ebenfalls bei Netflix zu sehen. Ich persönlich mag beide Serien, kenne aber keines der Bücher.

Im Fokus von »Süße Magnolien« stehen die besten Freundinnen Maddie, Helen und Dana Sue, die in der fiktiven US-Kleinstadt Serenity spontan ein Spa für Frauen eröffnen wollen. Die dreifache Mutter Maddie Townsend, die sich aufgrund eines Ehebetrugs neu orientieren muss, wird von der bezaubernden »Once Upon a Time«-Darstellerin (Meerjungfrau Ariel) JoAnna Garcia Swisher authentisch verkörpert. Brooke Elliott, die als gestresste Restaurantbesitzerin wie alleinerziehende Mutter Dana Sue Sullivan rockt, mochte ich bereits als charismatische Anwältin Jane Bingum in der Comedyserie »Drop Dead Diva«. Die Sängerin und Schauspielerin Heather Headly (»Chicago Med«) ergänzt das sympathische Frauentrio als taffe Anwältin Helen Decatur. Als engagierte Patentante mit der Sehnsucht nach einem eigenen Kind sorgt sie für viele heitere wie emotionale Momente.

Die Serie bietet dreifache Frauenpower inmitten von Familien- und Liebeschaos und thematisiert bekannte Lebensdramen wie Scheidung, Erziehungsprobleme und Stress im Job in wohldosierter Form – unaufgeregt und dennoch unterhaltend. Manche Handlungsstränge, insbesondere in Bezug auf den jugendlichen Nachwuchs von Maddie und Dana Sue, bleiben in Staffel eins noch vage und lassen ergo Raum für Spekulationen. Das macht neugierig auf mehr! Zumal in der Finalfolge natürlich der berühmte Cliffhanger aufwartet. Gut also, dass Netflix bereits eine zweite Staffel bestätigt hat. Der Starttermin ist wegen Corona allerdings ungewiss. Mir persönlich gefällt auch der eingängige Titelsong »Destination« von der kalifornischen Band Nickel Creek, der Ohrwurmcharakter besitzt. Alles in allem ein idyllisch arrangiertes Romantikdrama um Freundschaft, Liebe und Frauenpower.


The Broken Hearts Gallery


Originaltitel: The Broken Hearts Gallery ǀ Genre: Romantik, Komödie ǀ Filmstart: Dezember 2020 (DE) ǀ Filmdauer: ca. 1h 49 min ǀ Darsteller: u. a. Geraldine Viswanathan (Lucy Gulliver), Dacre Montgomery (Nick), Molly Gordon (Amanda), Phillipa Soo (Nadine), Sheila McCarthy (Cheryl Gulliver), Utkarsh Ambudkar (Max)

Mit »The Broken Hearts Gallery« präsentiert Sony Pictures Entertainment eine moderne RomCom über gebrochene Herzen und (fast) zerplatzte Träume. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Natalie Krinsky, die in der Vergangeheit u. a. an einigen Episoden von »Gossip Girl« mitgewirkt hat und hier nun zusätzlich die Regie übernahm. Unter den Executive Producern wird Selena Gomez aufgelistet, die sich auch in Form eines aufbewahrten Konzerttickets in Lucys Privatgalerie der gebrochenen Herzen befindet.

»The Broken Hearts Gallery« bleibt den Genreregeln der RomCom treu und lässt die Hauptfigur Lucy (Geraldine Viswanathan) demgemäß in einige Fettnäpfchen treten. Nachdem sich die lebhafte Assistentin bei einer Vernissage – ganz im Stile einer Bridget Jones – blamiert hat, lässt sie sich von dem Nicht-Uberfahrer Nick (Dacre Montgomery) nach Hause fahren. Während Nick sich selbst als Minimalisten bezeichnet und auf Altlasten verzichtet, ist das bei Lucy anders. Sie sammelt allen möglichen Krimskrams. Insbesondere Dinge, die ihr etwas bedeuten und den Ex-Partnern gehören. Aktuell ist da Max (Utkarsh Ambudkar), der Lucy unfein abserviert hat und ihr dennoch keine Ruhe lässt. Nick attestiert Lucy ein Problem mit dem Loslassen. Spontan entsteht die Idee zu einer »The Broken Hearts Gallery«, die sich in New York herumspricht und andere Menschen mit Herzschmerz-Utensilien anlockt.

Ja, die Story ist schon vorhersehbar und das Happy End vorprogrammiert. Außerdem wechseln die Dialoge zwischen feinsinnig und grenzwertig – etwa, wenn eine schmerzliche Trennung mit dem Vollbluten einer Damenbinde verglichen wird. Ernsthaft? Alles in allem kann man mit »The Broken Hearts Gallery« aber Spaß haben. Die Idee mit der Galerie ausgedienter Erinnerungsstücke hat was und verpasst der Story einen retro-modernen Look – auch aufgrund der baufälligen Hotelkulisse mit Neonschild-Charakter. Die Hauptfigur Lucy besitzt ebenfalls eine eigensinnige Persönlichkeit, die sowohl verrückt als auch liebenswert anmutet. Das mag man oder nicht. Geraldine Viswanathan und Dacre Montgomery harmonieren zudem als Freunde mit zaghaften Liebesabsichten und holen aus dem doch recht kitschigen Ende das Bestmögliche heraus. Das liegt ohnehin im Auge der BetrachterIn. Für mich ein:


Bliss


Originaltitel: Bliss (Amazon Original) ǀ Genre: Sci-Fi, Romantik, Drama ǀ Filmstart: Februar 2021 ǀ Spieldauer: 1h 43 min ǀ Regie + Drehbuch: Mike Cahill ǀ Darsteller: u. a. Owen Wilson (Greg Wittle), Salma Hayek (Isabel Clemens), Nesta Cooper (Emily Wittle), Jorge Lendeborg Jr. (Arthur Wittle), Ronny Chieng (Kendo)

»Bliss« ist ein Amazon Original Film und wird in der Kurzbeschreibung als eine psychedelische Liebesgeschichte zusammengefasst. Regie führte Mike Cahill (»I Origins – Im Auge des Ursprungs«), der zugleich das Drehbuch schrieb und mit Salma Hayek und Owen Wilson zwei namenhafte Darsteller zur Glückseligkeit verhelfen darf. Doch wer weiß das Glück ohne Unheil schon zu schätzen?

»Bliss« bedeutet übersetzt Glückseligkeit. Dabei wird der geschiedene Greg Wittle (Owen Wilson) in den ersten Filmminuten vom Pech verfolgt. Die Welt, in der er lebt, ist dreckig und grau. Das macht sich nicht zuletzt am tristen Szenenbild bemerkbar. Bereits nach wenigen Momenten befindet sich der Träumer in ernsthaften Schwierigkeiten. Als er in einer Bar auf die obdachlose Isabel (Salma Hayek) trifft, die einer Frau auf seinen Zeichnungen stark ähnelt, schlägt die Geschichte tatsächlich einen psychedelischen Kurs ein. Die unangepasste Fremde offenbart Greg nämlich, dass sie sich aktuell in einer Computersimulation befinden – sogar Gregs Tochter Emily (Nesta Cooper), die verzweifelt den Kontakt zu ihrem unzuverlässigen Vater sucht, soll unecht sein. Zum Beweis bietet Isabel eine fragwürdige Substanz zum Inhalieren an und alsbald verliert sich Greg in einem Trip aus Illusion und Realität.

Das Sci-Fi-Drama erinnert zum Teil an den ersten »Matrix«-Film und ist doch komplett anders. Auch der Filmtitel »Bliss« ist nicht zufällig gewählt und enthüllt im Handlungsverlauf ein philosophisches Grundkonzept, das viel Potential verspricht. Für mich persönlich scheitert »Bliss« aber an der blassen Charakterzeichnung und einem stark überkonstruierten Finale. Salma Hayeks Figur agiert überwiegend schräg und zum Ende hin total widersinnig. Owen Wilson wiederum macht – vor allem in Bezug auf seine Filmtochter – eine interessante Entwicklung durch. Am Ende kratzt aber auch seine lückenhafte Filmpersönlichkeit an der Oberfläche und lässt einige Fragen offen. Dem »Liebespaar« Greg und Isabel mangelt es (meiner Meinung nach) an nahbaren Gefühlen und Chemie. Das Ende »berührt« dann doch auf einer anderen Ebene. Für mich ist der Film insgesamt eine:


Transparente Information:
Dieser Beitrag ist ohne jedwede Kooperation entstanden. Im Text sind u. a. Verlinkungen zur IMDb Website (Internet Movie Database) enthalten – rein zur näheren Information.

© Blogbeitrag by www.filimure.de / Autorin: Doreen

2 Comments

  • Nicole

    Eine tolle Idee das alles als Speedreview zu machen und ich liebe ja am Ende deine Kurze Einordnung der Filme, vor allem bei „Heimkino-Intermezzo“ musste ich schmunzeln, gefällt mir super. Gesehen habe ich noch keinen der drei Titel, wobei „Sweet Magnolia“, genauso wie „Virgin River“, das ja auch in eine solche Richtung geht, schon länger auf meiner Watchlist steht und ich mir auch schon seit längerem vorgenommen habe, bei beidem mal reinzuschauen. Aber anstatt mich neuen Serien zuzuwenden, rewatche ich aktuell „Vampire Diaries“, so wird die Watchlist natürlich nicht kürzer :D. Bei „Broken Hearts Gallery“ hatte mir Youtube den Trailer vor einiger Zeit entworfen, gruselig wie gut die Plattform mittlerweile meinen Film/Seriengeschmack einschätzen kann, der hatte schon da klasssiche Rom-Com-Vibes, den von dir angesprochenen Vergleich finde ich aber auch grenzwert. Möchte den aber wegen des Hauptdarstellers sehen, den ich in „Stranger Things“ S3 phänomenal fand. „Bliss“ ist hingegen für die kommenden Wochen fest eingeplant und da habe ich schon anhand der Bewertung bei Amazon und ImdB gesehen, dass der Film die Zuschauer spaltet. Mal schauen, wie mein Fazit ausfällt, die Grundidee liest sich halt echt spannend und eigentlich sind beide Darsteller ja auch toll, aber am Ende können die ja auch nur das rausholen, was das Drehbuch zulässt.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar und Kompliment Doreen, das freut mich sehr zu lesen :).

    Als ich bei „Ginny & Georgia“ die Beschreibung gelesen hatte, hat mich das ja auch gar nicht angesprochen, aber der Trailer ist echt super. Bin da so gespannt und hoffe die Serie hält was der Trailer verspricht. Habe da gerade echt Lust drauf. Hast du denn den finalen Teil von „To All The Boys“ schon gesehen? Ich habe ihn am Valentinstag geschaut und fand den echt gelungen, nachdem mir Teil 2 ja nicht so gefallen hatte. Der Abschluss ist aber doch ne runde, schöne und charmante Sache geworden und das Drama hielt sich zum Glück in Grenzen.

    Ich habe ehrlich gesagt noch nicht einmal den Film „Snowpiercer“ gesehen, dabei wollte ich das längst mal nachholen, einfach weil ich das Konzept so interesant finde und der ja auch sehr gesellschaftskritisch ist. Wollte dann nach dem Film in die Serie reinschauen, über die ich tatäschlich gemischte Meinungen gehört habe. Die einen finden sie super, andere können nichts damit anfangen. Die Quoten und auch Aufrufszahlen bei Netflix müssen aber wohl stimmen, weil schon vor dem Start von Staffel 2 die dritte Staffel bestellt wurde, somit muss die Serie ja doch irgendwas richtig machen.

    Wünsche dir auch viel Spaß mit „I Care A Lot“ und Disney+ ist wie gesagt für mich jetzt auch zu einem ernstzunehmenden Konkurenten geworden, da dürften vor allem in Zukunft noch einige tolle Filme und Serien dazukommen. Wird ja dann tatsächlich das Zuhause aller Fox Filme (wobei da abzuwarten ist, ob man die nicht noch weiter lizenziert, das weiß bisher niemand), aber schon die Serien der dazugehörigen Networks und auch Hulu reizen mich. Könnte mich ja vorstellen dass das American Horror Story Spin-Off dann auch bei Disney+ landet, schon allein das muss ich sehen :D.

    • Doreen

      Hi Nicole,

      lieben Dank wieder einmal für deinen ausführlichen Kommentar. Auf deinen ersten Absatz bin ich ja schon kurz bei dir auf dem Blog eingegangen. Ich denke ohnehin, dass es oft reine Geschmacks- bzw. Ansichtssache ist, ob man einen Film wie „Bliss“ oder „The Broken Hearts Gallery“ mag. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Schauen und bin gespannt auf deine Meinung. Es freut mich, dass dir die Speedreview gefällt. 🙂

      Bei „Ginny & Georgia“ finde ich den Trailer auch sehr ansprechend. Mal sehen, wann ich mal in die Serie reinschauen werde. Bei „To All The Boys“ hat mir der Abschluss auch gut gefallen. Ich finde es ebenfalls super, dass auf das große Drama in bestimmten Situationen verzichtet wurde. Der Film war trotzdem sehr unterhaltsam.

      Dass sich bei „Snowpiercer“ die Meinungen spalten, ist mir auch schon aufgefallen. Ich kann da auch nur empfehlen: Anschauen und sich eine eigene Meinung bilden. Vielleicht werde ich das bei der Serie irgendwann auch noch tun. „I Care A Lot“ steht bei mir demnächst mal auf dem Programm. Ich bin aufgrund des vielversprechenden Trailers sehr gespannt. Auch auf weitere Disney+ Neuheiten. Aktuell ist bei uns im Haushalt erst einmal der Sky-Staffelpass aktiv. Vielleicht kommt danach mal ein Probeabo von Disney an die Reihe. 🙂

      Viele Grüße
      Doreen

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