Kolumne,  Musik

Ein musikalischer Sprung ins warme Wasser, trotz Liebe auf den zweiten Klick: Zweitgeist – Viele kleine (authentische) Zeilen

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Wo ist nur die Zeit geblieben? In den letzten Wochen ist es hier wiederholt still geworden. Ich denke, das wird noch eine Weile so bleiben. Mein Fokus liegt aktuell bei einer persönlichen Neuorientierung. Somit ist das Lesen stark in den Hintergrund gerückt, ebenso wie das Rezensieren von Filmen/Serien. Manches möchte ich auch einfach unkommentiert genießen (oder blöd finden).

Heute gibt es erst einmal eine kompakte Musikvorstellung. Ich habe via YouTube nämlich ein Singer-Songwriter-Duo entdeckt, das mir aktuell den einen oder anderen Ohrwurm beschert. Dabei war ich von deutschsprachiger Musik in der letzten Zeit übersättigt. Ganz ehrlich: Vom Textinhalt ähneln sich die Alben diverser Künstler oft stark. Der inzwischen oftmals poppig-elektronische Sound trifft auch nicht immer meinen persönlichen Geschmack und erinnert mich oftmals an modernen Schlager (weniger meins).

Derweil mag ich es lieber unaufgeregt und feinfühlig, in harmonischer Begleitung von Gitarre, Schlagzeug und Co. Dabei muss das musikalische Rad nicht komplett neu erfunden worden sein – das Schreiben/Komponieren von neuen Songs ist mit Sicherheit (so stelle ich es mir vor) eine herausfordernde Kunst für sich. Aber wenn ich ein Lied höre und den Text samt Melodie fühlen kann, dann ist das ein bisschen wie Alltagsmagie und Balsam für die mitunter arbeitsgestresste Seele. Den folgenden Musikern ist das geglückt.


Zweitgeist – Viele kleine (authentische) Zeilen


Aktuell bin ich recht angetan von dem Singer-Songwriter-Duo Zweitgeist, das ich beim automatischen Songabspielen via YouTube entdeckt habe. Das Musiker-Duo, bestehend aus Lukas Wolf und Jakob Autenrieth, wurde 2018 gegründet und hat bereits einige Singles veröffentlicht. Im Juni 2020 erschien das Debütalbum Viele kleine Zeilen. Viele der Albumsongs drehen sich um idealistische Themen wie das Erfüllen von Träumen, die Sinnsuche sowie Achtsamkeit für die kleinen Dinge im Leben – grob formuliert. Ich muss gestehen: Für mich ist das Album eher eine Liebe auf den zweiten Klick. Songs wie Labyrinth oder Hinaustreiben sind mir sofort im Ohr hängengeblieben, andere wirkten erst beim mehrmaligen Hören auf mich. Aber das ist eigentlich normal bei einem Album.  

Ausschnitt YouTube Musik App ǀ Künstler: Zweitgeist ǀ Song: Labyrinth

Für mich persönlich haben die Stimmen von Lukas Wolf und Jakob Autenrieth im Vergleich zu deutschen Künstlern wie Mark Forster, Georg auf Lieder, Alexa Feser oder LEA keinen so starken Wiedererkennungswert. Aber das empfindet ohnehin jeder individuell. Mich selbst begeistert die bodenständige und authentische Interpretation harmonisch arrangierter Songtexte, mit denen ich mich größtenteils gut identifizieren und bei denen ich zugleich wunderbar Abschalten/über die Texte sinnieren kann. Die Band beschreibt es auf der eigenen Homepage (in der Kurzbiografie) für mich ziemlich treffend. Zitat aus der Zweitgeist-Website-Biografie: »Mit ihren zweistimmigen Songarrangements haben sie ihren ganz eigenen Stil, wodurch der Zuhörer direkt in einen Klangmantel eintaucht; wie bei einem Sprung ins warme Wasser am ersten Urlaubstag«. Passt für mich!


Meine aktuellen Song-Favoriten: »Mehr dafür« und »Was du mir bedeutest«


Ausschnitt YouTube Musik App ǀ Künstler: Zweitgeist ǀ Song: Mehr Dafür

Meine beiden Song-Favoriten von Zweitgeist sind zufälligerweise die aktuelleren Stücke, durch die ich via YouTube auf das Musiker-Duo aufmerksam geworden bin. Der Song »Mehr dafür« feierte im Juni 2021 Videopremiere und ist für mich ein inspirierender Wohlfühlsong, der zu kleinen, farbigen Alltagsabenteuern auffordert. Ich persönlich kann mich schnell für Neues begeistern, bin aber auch ein Bauchmensch mit spontanen Impulsen. Wenn ich zu viel Zeit habe über etwas nachzudenken, laufe ich im Kopf argumentativ gerne mal gegen die im Song thematisierte »dagegen statt dafür«-Mauer. Die Textzeile »Neuer Tag, neue Chance. Ich nehm sie an und laufe los« entspricht also total meinem Naturell. Das war in den vergangenen Monaten (aufgrund der äußeren Umstände) nicht immer selbstverständlich. Die routinierte Komfortzone lässt grüßen. Mir gefällt im Musikvideo zudem der Kontrast zwischen der anfänglichen Schwarz-Weiß-Kulisse und der darauffolgenden sommerlichen »Alles ist möglich«-Stimmung.

Ausschnitt YouTube Musik App ǀ Künstler: Zweitgeist feat. Lea Wegmann ǀ Song: Was du mir bedeutest

Der Song »Was du mir bedeutest« erzählt von einem Abschied/Verlust bzw. dem Loslassen. So traurig und doch so schön – schreibt dazu eine Hörerin unter den Kommentaren des YouTube-Videos. Der Song entstand in Zusammenarbeit (Text und Gesang) mit der Schauspielerin und Synchronsprecherin Léa Wegmann, die von 2019 bis 2020 in der 16. Staffel der TV-Serie »Sturm der Liebe« die weibliche Hauptrolle verkörpert hat und bereits in dem Musikvideo zu »Labyrinth« (siehe oben) zu sehen ist. »Was du mir bedeutest« ist ein ruhiger Song, der eine hoffnungsvolle Stimmung verströmt und mit prägnanten Textzeilen wie »Dein Herz allein schlägt den Takt zwischen den Regentropfen« und »Doch seitdem du so schwach bist, wird mir deine Stärke erst so richtig bewusst« in Erinnerung bleibt und das Herz berühren (kann). Sehenswert zudem: Die nächtliche Lagerfeueratmosphäre (statt Feuer gibt es eine Tischlampe) nebst Sonnenaufgang im Musikvideo. Einfach und kreativ wie der Bandname Z(w)eitgeist!

In einem weiteren YouTube-Video (Albumdoku) gewährt Zweitgeist überdies Einblicke in die Albumproduktion zu Viele kleine Zeilen inklusive vieler kleiner Hintergrundinfos zur Entstehung der Songtexte – selbstkritisch, nahbar und sympathisch. Daumen hoch!


Kulisse Beitragsfoto: Schmachter See im Ostseebad Binz, Rügen ǀ Homepage der Künstler: Zweitgeist


Transparente Information:
Dieser Beitrag ist ohne jedwede Kooperation entstanden. Im Text sind u. a. Verlinkungen zu den Websites der Künstler sowie einzelnen YouTube-Videos enthalten – rein zur näheren und schnelleren Information.

© Beitragsbilder + Blogbeitrag by www.filimure.de ǀ Autorin: Doreen

3 Comments

  • Nicole

    Ein wirklich toll geschriebener Beitrag, es kommt sehr gut raus, wieso du das Duo so toll findest. Habe in deine Lieblingssongs auch reingeschaut und muss sagen, dass mir das auch gut gefällt. Ist wirklich wunderbar um sich zu entspannen. Ich glaube im Zug könnte ich da auch perfekt abschalten und die Zeit vergessen oder wenn ich draußen in der Spätsonne liege :). Da würde das echt super passen.

    Was deutsche Musiker*innen anbelangt, habe ich da auch nur ganz wenige, die mir gut gefallen. Michael Schulte höre ich ja total gerne oder Madeline Juno (bei ihr geht es auch um Mental Health und Depressionen, somit Texte mit Tiefgang, das mag ich immer gerne). Ansonsten bin ich vor allem von britischen Singer-Song-Writer Fan und halt auch amerikanischen Pop oder Rockpop-Bands.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Doreen,
    kann ich aber verstehen, wieso du dich dann doch für das Heimkino entschieden hast. Mich schrecken viele schlechte Kritiken auch immer ab, zumal ich halt wegen des kleineren Geldbeutels generell gut überlege, wo ich dann ins Kino gehe und wo nicht. Ich drücke aber die Daumen, dass da demnächst was spannendes und passendes für dich dabei ist.

    • Nicole

      Dankeschön für dein liebes Kommentar Doreen und das Daumen drücken. Wird natürlich noch etwas dauern, bis ich da mehr erfahre, deshalb bringe ich mich da auf andere Gedanken und verdränge das :D.
      Blog- und Leseflaute kenne ich aber auch :D. Die hatte ich ja die letzten Monate ebenfalls.

      Ohje dass hört sich aber nicht gut an, bei mir ist es tatsächlich eher andersrum. Also ich kenne richtig viele, die schon sehr lange zusammen und teilweise auch verheiratet sind, die richtig glücklich wirken. Ich schreibe betont wirken, weil das kann man ja auch nie wissen :D. Das Schöne bei meinem besten Freund, da weiß ich aber sicher das er und sein Partner sehr glücklich sind :).

      Mir ging es mit „Loki“ ähnlich, würde die Serie auch auf meinen Nr. 1 Spot setzen. Mal schauen, ob Hawkeye sie da noch runterstoßen kann. Hat mir aber auch im Gesamtbild rückblickend gut gefallen, die Finalepisoden fand ich übrigens bei allen drei Marvel-Serien schlecht. Da bekommt man halt oft das serviert, was zu erwarten ist. Von „Black Widow“ habe ich viel gemischtes gehört – über Begeisterung hin zu war gar nicht gut – ist da echt alles vertreten. Werde den wsl eher auf Disney+ anschauen, wenn er im Abo ist. Der VIP-Zugang war mir da jetzt zu teuer.

      Die Netflix-Serie klingt spannend, problem ist nur, dass meine Watchliste gerade viel zu lange ist und ich jetzt Downton Abbey für mich entdeckt habe. Das binge ich gerade auf Netflix :D.

    • Doreen

      Hi Nicole,

      vielen Dank! Es freut mich, dass dir die Songs gefallen. Für eine Zugfahrt zum Relaxen auf jeden Fall auch gut geeignet. Madeline Juno kenne ich gar nicht. Die will ich mir nachher mal via YouTube raussuchen und in Songs reinhören. Ansonsten teile ich deinen Musikgeschmack. Ich bin ansonsten noch ein Fan von dem Indie-Label Alexrainbirdmusic, bei dem ich oft hier noch unbekannte Künstler/innen für mich entdecke.

      Das mit dem kleineren Geldbeutel in Bezug aufs Kino kann ich gut verstehen. Da ist man dann schon wählerischer und das Heimkino macht inzwischen ja auch gut Konkurrenz was die Angebote betrifft. Normalerweise werde ich bei negativen Kritiken eher neugierig, aber in diesem Fall weiß ich durch die Vorgängerfilme einfach schon, was mich in etwa erwartet. Da mache ich es mir später dann lieber zu Hause mit Popcorn gemütlich auf dem Sofa.

      Auf „Hawkeye“ bin ich auch sehr gespannt und was die finalen Enden bei Marvel-Serien betrifft, kann ich dich gut verstehen. Ich bin dann gespannt was du irgendwann zu „Black Widow“ sagst. Meine Schwester hat ihn via Disney VIP gebucht und da habe ich mitgeschaut. Sie fand ihn im Gegensatz zu mir auch sehenswert(er). Da muss sich also wirklich jeder sein eigenes Bild von machen. 🙂

      Viele Grüße
      Doreen

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