Buchrezension,  Roman

Buchrezension zu »Märchenzauber (Boulder Lovestories)« von Mila Brenner | Eine bezaubernde wie kurzweilige Liebesgeschichte im modernen Cinderella-Stil

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Kurzbeschreibung:

Rina ist 26 Jahre und die Besitzerin eines Blumenladens in der idyllischen Kleinstadt Boulder. Der von ihrem Vater geerbte Laden läuft schlecht, die Familienbande ist nach dem tragischen Unfalltod ihres Vaters zerrüttet und sie selbst hatte seit ihrem High School Abschluss keine Beziehung mehr, die über One Night Stands hinaus gegangen wäre. Auf ihrer Suche nach dem persönlichen Happy End tritt der neu in die Stadt gezogene, attraktive Blair in ihr Leben. Für Rina ist das Happy End zum Greifen nah, doch der Blumenstrauß, den er bei ihr in Auftrag gibt, ist für eine andere Frau in seinem Leben… »Märchenzauber« ist der erste Band der gefühlvollen »Boulder Lovestories«.

Bild-/Textquelle: Droemer Knaur

Erscheinung: 15.10.2015 ǀ Autorin: Mila Brenner ǀ Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur ǀ Taschenbuch: 342 Seiten ǀ ISBN: 978-3-8387-2527-7 ǀ Preis: 12,99 €

Märchenzauber« ist der erste Band der inzwischen fünfbändigen »Boulder Lovestories« aus der Feder von Mila Brenner, einer ehemaligen Buchbloggerin. Der Roman wurde 2015 zunächst im Selfpublishing und kurz darauf bei dem eBook-Label Feelings der Verlagsgruppe Droemer Knaur veröffentlicht. Damals griff ich eher spontan zu dem eBook und war skeptisch und neugierig zugleich. Denn zu dieser Zeit begannen einige Buchblogger plötzlich, eigene Romane herauszubringen. Überdies präsentierte sich das ursprüngliche Cover in einem blumig-pinken Cinderella-Gewand. Als Happy End eröffnete sich mir schließlich eine kurzweilige und plottechnisch überraschende Liebesgeschichte, die für mich kein tiefgreifendes Buchhighlight darstellte, mich aber bis weit nach Mitternacht sehr gut unterhalten und verzaubern konnte.

Cinderella lässt in diesem Reihenauftakt dann tatsächlich grüßen und zwar in Form der 25-jährigen Rina Landon. Rina ist eine workaholisierte Blumenladenbesitzern, die den Glauben an das Happy End nicht verliert, obwohl sie aufgrund der Familienhistorie und den baldigen Erlebnissen in Sachen Prinz Charming eigentlich allen Grund dazu hätte.

Was mir gefiel: Obwohl die (ursprüngliche) rosa-flauschige Optik eine kitschige Geschichte vermuten lässt, ist dies glücklicherweise nicht der Fall. Mila Brenner (Pseudonym) zieht zwar einige Parallelen zu oben erwähntem Märchen, was sich nicht zuletzt in etlichen Kapitelüberschriften á la »Cinderella geht zum Ball« wiederspiegelt. Dennoch beschreitet dieses moderne Märchen ganz eigene Handlungswege. Soll heißen: Die Inspirationsquelle ist unverkennbar. Nichtsdestotrotz bietet dieser »Märchenzauber« manch (für mich) ungeahnte Wendungen und befasst sich mit realitätsnahen Themen wie Alzheimer, Existenzängsten und der Tatsache, dass Liebe sich nicht immer in Form eines perfekt geformten Glaspantoffels präsentiert, sondern an manchen Stellen durchaus drücken und zwicken kann. Die real existierende, US-amerikanische Kleinstadt Boulder bietet diesbezüglich eine idylische Kullisse für gemütliche Lesestunden auf dem heimischen Sofa.

Schnell ist man drin in der Story um Rina und ihren baldigen Retter in Nöten, Blair Somerled genannt. Und das liegt nur zum Teil an dem einfachen, gradlinigen und angenehm unverkitschten Schreibstil. Denn auch die zarte Lovestory zwischen Rina und Blair breitet geschwind die Flügel aus. Was eigentlich kein Wunder ist, beschreibt sich Blair selbst doch mit folgenden Worten: »Ich bin ein direkter Mensch. Ich halte nicht viel davon, Spielchen zu spielen.« Nun, das tut er wahrlich nicht, wenngleich nicht von Beginn an alle Karten auf den Tisch gelegt werden. Und so präsentiert sich dem Leser alsbald die erste Schlafzimmerszene, die allerdings nichts mit manch (plumpen) Erotikschmöker der heutigen Zeit zu tun hat, sondern charmant zum Ausdruck kommt.

Trotzdem führte die darauffolgende schnelle Kennenlernphase dazu, dass die Magie des eBooks nicht komplett auf mich überspringen wollte und »Märchenzauber« für mich folglich ein schönes, aber doch kurzweiliges Leseerlebnis geblieben ist. Denn somit konnten mich die bald aufkommenden Konflikte, bezüglich Blairs Geheimnis um den in der Inhaltsangabe erwähnten Blumenstrauß, nicht komplett überzeugen. Was wiederum an der Charakterzeichnung liegt.

Rina und Blair sind sympathische Charaktere, ausgestattet mit Sorgen aus Vergangenheit und Gegenwart, sodass eine harmonische Balance zwischen romantischen Gefühlen und realitätsnahen Problemen entsteht. Beide sind für meinen Geschmack aber einen Ticken zu perfekt/glatt gezeichnet. Gerade bei Rina hätte ich aufgrund des Elternhauses ein wenig mehr emotionale Tiefe/Reaktion erwartet, wenn sie im Handlungsverlauf auf ganz ähnliche Wiederstände trifft und einiges an Geduld aufbringen muss. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Rina ist eine Ich-Erzählerin, die sich rasch ins Herz schließen lässt und die von der ersten bis zur letzten Seite eine sichtbare Wandlung durchmacht – begonnen bei ihrer fassbaren Hingabe für das geerbte Fiori Flowers bis hin zur angekratzten Beziehung zu ihrer jüngeren Schwester Rubye.

Mir fehlten allerdings ein bisschen mehr Dramatik, Zweifel und eben Emotionalität. Rinas Verständnis und ihr Glaube an das Gute sind bemerkenswert und eben diese Eigenschaften machen ihren Charakter aus … und so liebenswert. Ein paar mehr Ecken und Kanten (in diesem Fall sogar sehr nachvollziehbare »Fehler«) hätten diese Geschichte für mich allerdings noch tiefgehender und unvergesslicher gemacht. Und nun ja, Blair, der ist wahrlich ein Prinz Charming. Seine direkte Art ist erfrischend und irgendwie erinnert er an den im Roman erwähnten Serien-Prinzen. Auch er war mir stellenweise zu Charming (Geschmackssache!), aufgrund seiner Hintergrundgeschichte findet man in ihm jedoch einen interessanten Love Interesst der unperfekt perfekten Art.


Fazit


Mila Brenner liefert im Reihenauftakt ihrer fünfbändigen »Boulder Lovestories« eine bezaubernde wie kurzweilige Liebesgeschichte im modernen Cinderella-Stil ab. Für mich nicht unbedingt ein Lesefeuerwerk der ganz besonderen Art, aber ein zart knisterndes (Lese-)Rendezvous bei Kerzenschein und wunderschöner Tischdeko, das positiv anders ist, als aufgrund der (ursprünglichen) Optik und Märchenthematik erwartet.


Tranzparente Information: Hierbei handelt es sich um eine von mir bereits im März 2015 veröffentlichte Rezension und ein selbstgekauftes eBook. Die ANZEIGE in der Produktinformation bezieht sich auf den Verlagslink, da dort das Buch zum Kauf angeboten wird. Ich selbst verdiene keinen Cent mit der Verlinkung. Überdies bilde ich mir stets meine eigene Meinung und tue diese auch unbeeinflusst kund.

© Buchrezension by www.filimure.de / Autorin: Doreen

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