Buchrezension,  Roman

Buchrezension zu »Kirschroter Sommer« (Emely und Elyas 1) von Carina Bartsch | Eine bittersüße Liebe auf den zweiten Blick – auch für mich

Anzeige

Kurzbeschreibung:

Würdest du deiner ersten Liebe eine zweite Chance geben? Die erste Liebe vergisst man nicht. Niemand weiß das besser als Emely. Nach sieben Jahren trifft sie wieder auf Elyas, den Mann mit den leuchtend türkisgrünen Augen. Der Bruder ihrer besten Freundin hat ihr Leben schon einmal komplett durcheinander gebracht, und die Verletzung sitzt immer noch tief. Emely hasst ihn, aus tiefstem Herzen. Viel lieber lenkt sie ihre Aufmerksamkeit auf den anonymen E-Mail-Schreiber Luca, der mit seinen sensiblen und romantischen Nachrichten ihr Herz berührt. Aber kann man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben?

© Bild-/Textquelle: rororo (Rowohlt)

Veröffentlichung: 25.01.2013 ǀ Verlag: rororo (Rowohlt) ǀ Autorin: Carina Bartsch ǀ Taschenbuch: 512 Seiten ǀ ISBN: 978-3-499-22784-4 ǀ Preis: 9,99 €

Ok, eigentlich wollte ich zu diesem Roman nichts schreiben. Zwei gute Gründe sprachen dafür: Die teils überskeptische, fehlersuchende Kritikerin in mir hatte einiges zu nörgeln, während der begeisterte wie seitenverschlingende Bücherwurm eine übersüßte Liebeserklärung hinauskreischen wollte. Schweigen fand ich da sehr angemessen. Wer’s glaubt! Letztlich kribbelte es mich zu stark in den Fingern und so widme ich meine konfusen Gedanken nun doch Carina Bartsch Debütroman.

Ganz ehrlich? In den ersten Kapiteln von »Kirschroter Sommer« hielt sich meine Begeisterung noch etwas im Zaum, fühlt man sich nach kurzer Begutachtung des Grundgerüstes plus der wir-mögen-uns-überhaupt-nicht-Protagonisten Emely und Elyas nicht gerade vom Geistesblitz getroffen. Irgendwie, irgendwo, irgendwann hat man ähnlich niedergeschriebene Situationen bereits in anderen Romanen konsumiert. Da gibt es eben dieses wiederborstige Mädchen, das ordentlich die verbale Keule schwingt und absolut nicht auf die Anmachversuche des selbstverliebten Casanovas hereinfällt, indes ER bei ihren sarkastischen Kommentaren zum Grinsepeter avanciert und sich nicht scheut ihr Höschen – ähm – Herz mit einem unfassbaren Durchhaltevermögen zu erkämpfen. Dabei ist er in Wahrheit ein ganz Lieber und das darf er in einem höchst dramatischen Moment dann auch beweisen. Och nö!?

An sich könnte man »Kirschroter Sommer« als Jugendroman bezeichnen. Emely und Elyas, die sich aus Kindertagen kennen und nun nach Jahren wiedertreffen, sind zwar beide Anfang 20 und studieren, anhand ihrer Taten/Dialoge wirken sie zuweilen aber jünger. Es knistert wunderbar gewaltig, aber doch eher Jugendbuchgetreu (dafür wird von Emely oft und gerne das *F…*-Wort verwendet). Wo die Liebe eben hinfällt und heißt es nicht »Was sich liebt, das neckt sich«? Da wirbeln die Gefühle gerne mal durcheinander und man benimmt sich plötzlich wieder wie ein Teenager. So zumindest in diesem speziellen Fall und ich muss sagen; mit steigender Seitenzahl waren mir die offenkundigen »Mankos« (eh eine Sache der persönlichen Betrachtung) völlig Schnuppe!

Plötzlich hatte ich mich in die Story verliebt! Seite um Seite. Satz um Satz. Wort um Wort. Punkt um Komma sind Emely und Elyas mir immer mehr ans Herz gewachsen. Außerdem traf der schlagfertige, sarkastische und zuweilen überspitzte Humor von Ich-Erzählerin Emely bei mir genau ins Schwarze – allerhand Lacher inklusive, die sich als ein echter Segen für meinen zartbesaiteten Geduldsfaden entpuppten. Emely macht es dem gutaussehenden Bruder ihrer besten Freundin Alex (zum verrückt werden und doch liebenswert) nämlich nicht gerade leicht und das sorgt für eine schleichende Hinhaltetaktik/Länge im Plot. Denkt man »oh ja, nun aber!« zweifelt Emely an seinen Worten und lässt ihn erhitzt im Regen stehen. Mal wieder! Und er? Gibt einfach nicht auf.

Dieses Ping-Pong mit Rückschritten gefiel mir nicht immer. Doch erfreulicherweise findet sich bald eine verträgliche Erklärung, die mittels einer Rückblende recht nachvollziehbar eingebunden wird – eingangs werden stets neugierig machende Andeutungen in den Raum geworfen. Und ja, wurde dieses einschneidende Erlebnis erst einmal enthüllt, gab es bei mir kein Halten mehr. Die Gespräche zwischen Emely und Elyas werden fortan viel intensiver sowie tiefsinniger. Das verstärkt wiederum den erfrischenden Schreibstil, der sich ansonsten eher humorvoll und einfach gestaltet. Man versteht endlich wo genau der Übeltäter dieses Gefühlskarussells begraben liegt und wie sich das auf Emely & Elyas ausgewirkt hat. Es folgen schon recht süße Augenblicke, wenngleich manches bekannt vorkommt. Auch was den süßen E-Mail-Schreiber Luca angeht, habe ich so meine Theorie.

Komplett betrachtet war es höchst erheiternd endlich mal wieder eine Geschichte über die verzwickte Liebe auf den zweiten Blick zu lesen, in der sich die Love Interests nicht binnen weniger Seiten anbeten. Absolut nicht! Das wird besonders am Ende deutlich, wenn ein heimtückischer Cliffhanger hervorspringt und neugierig auf die Fortsetzung »Türkisgrüner Winter« macht.


Fazit


Carina Bartsch erfindet mit ihrer humorvollen Hass-mich-lieb-mich-Lovestory das konfuse Liebeskarussell nicht gerade neu (kleine Déjà-vu-Erlebnisse + Klischees also inklusive), dennoch machte es mir massig Laune dieser bittersüßen Liebe auf den zweiten Blick zu folgen. Mögen Emely und Elyas nicht immer ihrem Alter entsprechend handeln und anfangs leicht stereotyp wirken, stänkerten und philosophierten sie sich Seite um Seite allmählich in mein Herz, wenn auch in einem eher gemächlichen Plottempo.


Transparente Information:
Die Buchbesprechung bezieht sich auf ein selbstgekauftes Buch und die Anzeige in der Produktinformation auf den Verlagslink, da dort das Buch zum Direktkauf angeboten wird. Ich selbst verdiene keinen Cent mit der Verlinkung. Überdies bilde ich mir stets meine eigene Meinung und tue diese auch unbeeinflusst kund.

© Buchrezension by www.filimure.de | Autorin: Doreen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.