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Speedreview on Point zu »Ich hasse Menschen – Und verdammt, wie ich Untertitel hasse« von Grace Austin | Ein Buch zum Hassen oder Lieben?

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Kurzbeschreibung:

Manchmal, wenn ich mit Menschen interagiere, kommt in mir das Bedürfnis hoch, meinen Kopf möglichst intensiv gegen eine Wand zu schlagen. Aber man munkelt, das sei „schmerzhaft“ und außerdem „schlecht für meine Gehirnzellen“. Deshalb liste ich hier die Menschen auf, die in mir dieses großartige Gefühl auslösen. Wobei ich auch nicht sagen würde, dass dieses Buch gut für eure Gehirnzellen ist.

© Bild-/Textquelle: Wreaders Verlag

Originaltitel: Ich hasse Menschen – Und verdammt, wie ich Untertitel hasse ǀ Autorin: Grace Austin ǀ Verlag: Wreaders ǀ Umschlaggestaltung: Emily Bähr ǀ Veröffentlichung: 1. Oktober 2020 ǀ Taschenbuch: 110 Seiten ǀ ISBN: 978-3966986830 ǀ Preis: 9,50 €

Wer kennt das nicht? Wir alle laufen täglich Menschen über den Weg, die wir hassen … oder zumindest weniger mögen. Einfach, weil diese Menschen bestimmte Marotten oder Wertvorstellungen besitzen, die man selbst unsympathisch findet. Es liegt wohl immer im Auge der Betrachter/in. Die Bloggerin und Autorin Grace Austin (kreatives Pseudonym?) kennt anscheinend eine Menge von Leuten (oder Idioten), die in ihr weniger großartige Gefühle auslösen – genau 500 Stück an der Zahl listet sie in diesem kleinen, schön gestalteten Büchlein des Wreaders Verlages auf. Das Motto: »Wir brauchen keine Liebe, wir brauchen Hass!« (steht auf dem Buchrücken). Da eignet sich eine Speedreview perfekt, um dieses etwas andere Lesevergnügen kurz Revue passieren zu lassen.

  • Dieses Buch: Ist definitiv kein Roman und erzählt somit keine Geschichte. Grace Austin listet in diesem Buch tatsächlich 500 Arten von Menschen (und teilweise Meinungsäußerungen) auf und hinterlässt darunter stets einen persönlichen spitzzüngigen Kommentar. Dieser kann aus einem Wort (wie Nein), einem oder mehreren kurzen Sätzen bestehen. Auf den circa 110 Seiten findet man folglich eine kurzweilige wie bissige Lektüre, die nicht minder unterhaltsam ist wie ein Roman.

88. Menschen, die keinen Sarkasmus verstehen | Vielleicht nicht das beste Buch für dich.

Zitat aus Seite 24 »Ich hasse Menschen« von Grace Austin
  • Identifikationspotential: In »Ich hasse Menschen« wird sich wohl jeder wiederfinden. Auf die eine oder andere Art. Von Zahnärzten, Schwarzfahrern, Lügnern und verunglimpften Menschen, die im Winter das Fenster aufreißen oder im Kino quatschen, ist reichlich Hasspotential vertreten. Vielleicht teilt man die gerade aufgeführte Abneigung und denkt: Wie recht Grace Austin doch hat!* Vielleicht fühlt man sich sogar angesprochen, weil man selbst zur verpönten Menschengruppe gehört. Das gibt durchaus zu denken. Wobei der Unterhaltungsfaktor überwiegt. Spätestens bei Nummer 88. dürfte einem klar sein, dass dieses Buch mit einem (teils ernst gemeinten) Augenzwinkern geschrieben wurde – wenn man es nicht bereits beim Buchtitel erahnt.
  • Genial: Grace Austin bezieht sich selbst in einige Anmerkungen mit ein und nimmt sich ergo selbst nicht allzu ernst. Man schaue sich nur mal die (keinesfalls) bescheidene Autorenbeschreibung an, die mit dem Aussehen eines wunderschönen Engels eingeleitet wird. Also ich mag diese Art von Humor und sarkastische Menschen sowieso.
  • Kleine Hingucker: Im Buch tauchen zahlreiche skizzenartige Illustrationen auf, die den Augen Abwechslung verschaffen und super zum Inhalt passen. Sicherlich nicht die ganz große Kunst, aber sehr charmant. Schade, dass die Zeichnerin (Jessi) nicht vorne im Buch erwähnt wird, sondern lediglich kurz in der Danksagung auftaucht. Aber vielleicht ist das so gewollt?

153. Alle Menschen auf dem Weihnachtsmarkt | Wenn ihr über den Weihnachtsmarkt laufen könnt, ohne euch zu denken »Ich hasse Menschen«, seid ihr nicht normal.**

Zitat aus Seite 37 »Ich hasse Menschen« von Grace Austin
  • Ich fragte mich: Könnte die Autorin auch ein Buch mit dem Titel »Ich liebe Menschen – Und halleluja, wie ich Fortsetzungen liebe« schreiben? Denn bei all dem Sarkasmus: Klingt das alles nicht ein bisschen verbittert? Wie eine Menschenhasserin? Natürlich nicht! Auf den letzten Seiten, in der Danksagung, offenbart Grace Austin auch ihre weiche, dankbare Seite und nennt ein paar liebe Menschen, die ihr ans Herz gewachsen sind, mit denen sie Spaß haben und kreativ sein konnte. Wenn das nicht liebenswert ist! Also eigentlich doch keine schlechte Idee. Das Potential dazu hat sie absolut. 😉

Persönliche Anmerkungen: *Bei 62. Menschen, die auf Radwegen laufen (Seite 19) kam bei mir Widerstand auf. In Hamburg fahren nämlich ständig Radfahrer auf dem Fußgängerweg, wenngleich der Radweg breit und frei ist. Und das hasse ich (sehr, sehr, sehr)! ǀ **Das denke ich tatsächlich jedes Jahr… bis der Glühwein wirkt.


Fazit


Ein kleines, feines wie bissiges Buch über unschöne Gedanken gegenüber unseren (lieben) verhassten Mitmenschen. Kein Roman! Aber eine unterhaltsame Auflistung von 500 menschlichen Charaktereigenschaften (und teils Meinungsäußerungen), die einen auf die Palme bringen können – begleitet von charmanten Zeichnungen. Grace Austin nimmt sich in ihren sarkastischen Anmerkungen selbst nicht allzu ernst und findet auf den letzten Seiten sogar nette Worte. Sympathisch! Ein amüsanter wie kurzweiliger Lesesnack.


Weitere Bücher der Autorin:

Autokorrektur (Wreaders Verlag)

Transparente Information:
Die Buchbesprechung bezieht sich auf ein selbstgekauftes Buch. Ich bilde mir natürlich stets meine eigene Meinung und tue diese auch unbeeinflusst kund.

© Buchrezension by www.filimure.de | Autorin: Doreen

4 Comments

  • Nicole

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Doreen,
    Horror ist aber auch Geschmackssache, die Mehrheit meiner Freunde ist davon auch absolut kein Fan. Die liebe für diese Filme/Serien teile ich nur mit meiner Besten Freundin, weshalb wir da immer Filmabende machen oder gemeinsam bei Horrorfilmen ins Kino gehen und mit meinen Eltern :D.

    Ja die Liste ist jeden Monat echt viel Arbeit, deshalb freue ich mich dann auch immer, wenn die Aufrufzahlen gut sind und Reaktionen über Kommentar oder in den sozialen Netzwerken folgen. Etwas Eigenutz ist auch dabei: Ohne diese Beitragsreihe hätte ich nämlich auch null übersicht wann wo was läuft :D. Ich bin ja mittlerweile mit „Emily in Paris“ durch und muss gestehen, dass mir „Younger“ besser gefällt. Wie fällt denn dein Fazit aus?

    Ich liebe RomComs ja, habe da echt eine Schwäche für und ja, sie sind nicht unbedingt neu und oft nach Schema F, aber wenn sie charmant gemacht und gut besetzt sind, finde ich das immer entspannend und unterhaltsam. Jetzt ist ja eh bald RomCom Zeit mit all den Weihnachtsfilmen, die in den nächsten zwei Monaten bei Prime und Netflix reinkommen werden. Ich denke bei allem was gerade los ist, sind solche Filme Balsam für die Seele, da braucht man auch einfach mal heile Welt.

    „Rebecca“ werde ich ja auch schauen – wurde ja schon mehrfach verfilmt und gab es auch als Theaterstück (meine ich), den Klassiker gelesen habe ich aber ehrlich gesagt nicht und für mich wird es auch die erste Verfilmung des Buches sein. Bin gespannt, der Cast ist halt genial.

    „The Bold Type“ ist ja nun mittlerweile die 4. Staffel online und jaa, ich liebe diese Serie. Hatte da auch schon verzweifelt gewartet, dass sie die endlich ins Programm aufnehmen. Einziger Vorteil durch die lange Wartezeit: Man kann sie flotter gucken und muss nicht immer auf die neue Folge warten, aber eine wöchentliche Ausstrahlung direkt nach US-Ausstrahlung wäre mir lieber gewesen. Also „Bombshell“ kann ich dir empfehlen: Hatte mir den für 99 Cent kürzlich geliehen und war begeistert. Das Thema wird flott umgesetzt, die Darstellerinnen sind talentiert und es gibt schon ein paar unbequeme Szenen. Natürlich hat der Film auch ein paar Schwächen, aber in meinen Augen ist er trotzdem sehenswert. Man langweilt sich definitiv nicht.

    • Nicole

      Dankeschön für dein liebes Kommentar Doreen,
      also ich kann jetzt leider nicht für alle Kinos in Deutschland sprechen, aber ich hatte ja kürzlich Freikarten gewonnen und war deshalb mal wieder im Lichtspielhaus und muss sagen, dass die Abstands- und Hygieneregeln dort gut umgesetzt wurden und auch einhaltbar war. Ich bin da nicht wirklich mit anderen in Kontakt gekommen und hatte auch nicht Sorge mich da nun mit Corona anzustecken. Der Kinosaal wurde vor der Vorführung gereinigt, vor dem Saal war genügend Platz zum Abstand halten, alle 5 Meter sind bei uns Desinfektionsständer aufgestellt und Karten können online gekauft werden, um den Kontakt zu den Mitarbeitern auf ein Minimum zu reduzieren.

      Zu „Niemals Selten Manchmal Immer“ eine Freundin hat den Film gesehen und ist ganz begeistert von der Umsetzung, habe dazu bisher auch nur positives vernommen, der scheint echt gut zu sein.

      Und Danke für dein Fazit zu „The Man in the High Castle“ – ja das mit den Erwartungen hatte ich in den ersten drei Staffeln nämlich auch, optisch fand ich die Serie durchweg genial, aber bei so mancher Charakterhandlung oder Plot-Twist wäre gefühlt mehr drinnen gewesen. Aber wenn das Ende alles in allem passt und doch gelungen ist, dann muss ich die definitiv demnächst mal angehen.

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